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Island Seite 2

Wir laßen den Mývatn hinter uns und fahren über die Nordsüdroute ins Hochland. Da wir nicht wissen wie lange uns wir auf den verlaßenen Pisten aufhalten werden, tanken wir vorsichtshalber nochmal alle voll. Über Lavafelder, Steinwüsten, rabenschwarzem Sand mit kleineren Dünenfeldern usw, haben wir eigentlich alles, was es so an fahrbarem Untergrund aufzuzählen gibt. Wir ziehen über die Wüste Ódáðahraun vorbei am schneebedeckten Tafelvulkan Herðubreið.

Diese Strecke ins Hochland ist landschaftlich ein wahrer Leckerbissen, wenn auch teilweise extrem unwegsam. Die Furten werden immer mehr und spätestens hier wäre Schluß mit einem PKW oder einem SUV. Seltsame Gesteinsformen, entstanden aus flüssigem Magma, sehen aus wie Figuren und erinnern uns wieder ein wenig an die Trolle, die es laut isländischer Saga noch immer geben soll. 

Vorbei an Askja zieht es uns bis zum Dyngjujökull, dem nördlichen Ausläufer des Vatnajökull. Eine Eishöhle am Fuße des Gletschers, ist unser Ziel. Doch die Strecke ist wirklich mühsam, speziell die letzten 20km sind die schlimmsten und wir wissen es wieder mal zu schätzen, ein wirklich gutes Fahrwerk mit den TJM Komponenten zu haben.

Die Piste hier ist teilweise schlimmer, als wir es von div. Africatouren gewohnt sind. Eine sehr schwierige Wasserdurchfahrt, soll kurz vor der Eishöhle das letzte Hindernis zu unserem Etappenziel sein.

„Difficult Rivercrossing“. Da haben wir den Salat. Wir sprechen mit dem Ranger, ob die Furt wirklich unpassierbar sei und er meint, bei einem Wasserstand von über 120cm, sei diese Warnung wohl angebracht. Nebenbei ist der Fluß gespickt mit riesigen Felsen und hat extreme Strömung. In den letzten Tagen hatte es schon mehrere Fahrzeuge weggespült. Na ja, hört sich nicht unbedingt wie eine Einladung an…

 Also, wenns mit dem Fahrzeug nicht geht, dann eben zu Fuß. Wir schließen uns am nächsten Morgen einer Gruppe an, die mit Steigeisen über den Gletscher den Weg zur Eishöhle in Angriff nimmt. Eine 5-Stündige Gletscherwanderung, wird mit einer wunderschönen Aussicht belohnt und ein wenig Bewegung bringt unsere ermüdeten Gebeine wieder ein wenig auf Trab.

Wir fahren zurück Richtung Askja, auf einer Steinpiste wo es aussieht, als würde man am Mond sein. Nur sehr spährlicher Bewuchs begleitet uns und die Piste zerrt an jeder einzelnen Schraube jedes unserer Fahrzeuge. Die Rüttlerei ist zum Teil extrem und wir können es nicht immer mit viel Tempo ausgleichen. Hin und wieder kommen knietiefe Löcher und wenn du dann zu schnell dran bist, dann Gnade dir Gott. Da bleibt meistens nicht mehr die Zeit das Tempo zu reduzieren und es macht einen Knall, als hättest du gerade die Vorderachse verloren…Wir sehen vorsichtig in unseren Rückspiegel, ob nicht doch eine Fahrzeugteil hinter uns auftaucht.

Wir übernachten in Askja. Herbert und Manfred gehen am frühen Morgen zu Fuß über den erkalteten Lavastrom bis zum Vulkankrater, während Markus einen kleinen Check an seinem Nissan durchführt.

Lavasgestein hat sich am Unterfahrschutz abgelagert und Geräusche verursacht. Ansonsten ist der Navara bei bester Gesundheit und kränkelt in keinster Weise.

Über eine endlos scheinende Sandpiste aus schwarzem Lavasand, setzen wir unsere Reise fort. Weich wie auf Watte fährt es sich hier, was für ein Genuss. Am Gletscher entlang wollen wir bis zur F26, die sogenannte Sprengisandur. So nennt sich die klassische Hauptroute übers Hochland. Doch bis dorthin, ist es noch ein langer Weg.

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